Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Hier sind Beiträge rund um Nahrungsmittel bei den Discountern richtig...
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sparschildkroete
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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von sparschildkroete » 01.11.2016, 14:08

Wäre ja interessant zu wissen, ob das aktuell auch noch so ist. Hat jemand ein aktuelleres Beispiel?


"Menschen lachen gerne über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben. Drum kichern sie oft, wenn sie das Wort Dinosaurier hören." - Ernst Probst

altkrefelder

Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von altkrefelder » 22.11.2016, 13:28

Natürlich gibt es eine Preisabsprache zwischen NETTO (zum EDEKA-Konzern gehörend) und EDEKA!
Die Preise sind gleich,damit der geneigte Kunde in den teuren EDEKA-Markt geht und dort weitere Artikel..........O.K.?
Umsatz ist alles!!!
Das die Preise mit ALDI gleich seien,ist wohl purer Zufall,ein paar Tage warten,schauen und siehe da,der ALDI-Preis ist niedriger!




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Urnchris7
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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von Urnchris7 » 23.11.2016, 16:27

also ich denke nicht das es eine Preisabsprache gibt.
Der Markt passt sich schlicht und einfach nur an.
Wenn man es mit den Spritpreisen vergleicht. Haben die auch nur wenig bis kaum unterschied von einander.



NettoGhetto
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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von NettoGhetto » 23.11.2016, 21:15

Mit großer Überraschung, stelle ich fest, dass in einem Thread, den ich vor 4 Jahren schon als Totgeburt betrachtet habe, doch noch Leben eingekehrt ist.

Was die Preise angeht, stehe ich weiterhin zu meinem Wort - Aldi war und ist der Preiskönig. Egal wie sie alle heißen, Edeka, Rewe oder Schwarz (Kaufland/Lidl), wenn Aldi einen Preis vorgibt, wird sich dran gehalten. Basta.

Allerdings muss man auch wissen, wer und was hinter den Preisen steckt. Hinter den Preisen stecken logischerweise Interessen der Industrie, also der Hersteller. Diese haben dementsprechend das Interesse, ihre Produktionsstraßen möglichst aus Volllast laufen zu lassen, gleichzeitig möchte man die Ware aber auch nicht verramschen.

Was ist die Lösung ? NoName Ware bzw. Eigenmarken/Handelsmarken. Wenn man beim Discounter einkauft, weiß jeder, er kann dort hochwertige Lebensmittel zu günstigeren Preisen einkaufen, als wenn man den Markenartikel XY bei einer der großen Ketten kauft.

Dies ist natürlich auch im Sinne der Hersteller, dich sich auf diesem Weg Marktanteile (und am Ende schlicht und einfach Geld) sichern, gleichzeitig können sie ruhigen Gewissens ihre Förderbänder laufen lassen, ohne gezwungen zu sein, ihre Markenware verramschen zu müssen.

Dieses Zusammenspiel hat aber auch zur Konsequenz, dass EK-Preise in der Branche ein offenes Geheimnis ist. Kein Hersteller wird damit durchkommen, bei der einen Kette Preis XY durchzudrücken, beim Mitbewerber aber Preis AB, egal welcher Preis nun günstiger oder teurer ist.
Sicher spielt am Ende auch die Marktmacht und die potenzielle Absatzmenge ne Rolle, dennoch bleibt die Aussage im Kern bestehen.

Ich kann mich an eine Ur-Alte Reportage erinnern, als ein Wursthersteller bei Aldi gelistet werden wollte und dort zum "Vorstellungsgespräch" geladen wurde. Dort gings dann schön zur Sache und man hat sich gegenseitig auf Herz und Nieren geprüft. Das Ende vom Lied war, der Lieferant wurde eingelistet.

Wenige Tage später wollte dieselbe Firma bei Aldi Süd gelistet werden, da war das Gespräch dann geschätzte 5 Min kurz, weil zwischendrin sämtliche wichtigen Infos ausgetauscht wurden und man dementsprechend direkt gesagt hat....machen sies ? Ja ? Nein ? Friss oder stirb !
Man nun übertrieben klingen, dennoch ist es in etwa so abgelaufen.

Zum Abschluss noch etwas über die Preisgestaltung der Eigenmarken.
Ich habe über die Jahre einige Tests/Reportagen gesehen, bei dem eine Art Wocheneinkauf gemacht wurde, unter der Bedingung, dass NUR Eigenmarken bzw Discounterware gekauft werden sollte, keine Markenware. Egal in welchem Unternehmen man nun gekauft hat, das Resultat war immer dasselbe: Im Kern kostete der Einkauf immer Summe XY und es gab nur minimale Schwankungen im Cent-Bereich, die dann daran lagen, weil Milch zB 5 Cent teurer war, dafür beim anderen das Pfund Butter 20 Cent billger etc.

Insofern ist das keine Preisabsprache der jeweiligen Ketten, sondern die normale Preisentwicklung der Ware, da sie am Ende quasi alle beim selben Lieferanten kaufen und man sich nicht gegenseitig die Preise so sehr schrotten möchte, bis irgendwann das Licht ausgeht.



altkrefelder

Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von altkrefelder » 24.11.2016, 14:24

Bei Preisvergleichen von Supermärkten,wie EDEKA,REWE usw. und z.B. ALDI-Süd sollte man auch solche Sachen,wie Gemüse,Kartoffeln,Brot ,z.B. Käse usw. mit einbeziehen!
Was kommt dann bei dem Ergebnis heraus?
Die Preisunterschiede bei Salat,Kohl,Möhrn und Kartoffeln sind erheblich,z.T. bei Kartoffeln ist der Preis bei Supermärkten doppelt so hoch wie bei ALDI-Süd!
Käse wird bei EDEKA mit Gold aufgewogen.....
Ergo,wer ist unangefochten Preisführer mit deutlichem Abstand?
ALDI und weit und breit kein EDEKA oder REWE.....



traut
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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von traut » 24.11.2016, 14:46

Die Firmen beschäftigen eigene Preisdetektive.

Sobald z.B. die anderen beobachten, dass Aldi Preise rauf oder runter setzt werden die eigenen Preise entsprechend angepasst. Das funktioniert tatsächlich wie bei den Tankstellen - geht einer runter oder rauf dann ziehen alle anderen mit.

Schönes Beispiel unser Butterpreis - der stieg innerhalb von wenigen Wochen von 0,79 € auf 1,29 € an. Alle anderen zogen bei den deutschen Butterpreise mit.

Dabei sind die Lieferverträge und Preise wohl eher längerfristig festgezurrt. War interessant, dass letzthin die irische Butter zum Aktionspreis von 1,19 € angeboten wurde, während die heimische Butter sie im Preis überholte.



NettoGhetto
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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von NettoGhetto » 24.11.2016, 20:25

Bezüglich der Butter sollte man vielleicht auch berücksichtigen, dass vor wenigen Wochen eine Erhöhung des Milchpreises beschlossen und umgesetzt wurde. In den Medien wurde das runtergebrochen auf den Liter Milch, dass dies jedoch grundsätzlich mal ALLE Produkte betrifft, wurde bewusst unter den Tisch gekehrt. Und wer nun meint, dass SEIN Joghurt (Milch, Butter, Käse, Quark oder was auch immer) nicht teurer geworden ist, der soll sich doch mal bitte die Mühe machen und sich informieren, wie viel [b]Milch[/b] in seinem Produkte enthalten ist. Teilweise ist der Milchanteil nämlich erschreckend gering !

Über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme braucht man im übrigen nicht diskutieren oder gar streiten, sie war und ist absolut sinnvoll und LANGE überfällig. Es ist doch absolut lächerlich, dass ein Bauer sich den Arsch aufreißt, um ein qualitativ hochwertiges Produkt erzeugt, aber am Ende des Tages nur dank Subventionen überleben kann und im Prinzip besser dran wäre, würde er seinen Bauernhof dichtmachen und auf Hartz IV leben.
Ob und wie viel von diesen 19 Cent beim Bauern ankommt, das weiß ich nicht und sehr wahrscheinlich wird davon auch nicht alles beim Bauern ankommen, dennoch ist es absolut richtig gewesen, den Preis zu erhöhen, damit zumindest IRGENDWAS an zusätzlicher Einnahme beim Erzeuger landet.



traut
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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von traut » 24.11.2016, 20:49

Interessanterweise sind Käse, Joghurt, Quark aber eben nicht teurer geworden.

Ok, bei Käse kommt das evtl. mit Verzögerung - der braucht ja Wochen bis Jahre zur Reifung.

Aber Quark und Joghurt, erklär' mit mal wieviel Milch da wohl drin steckt.

Bei Joghurt gehe ich von 1 zu 1 aus - mein selbstgemachter Joghurt bringt aus einem Liter Milch einen Liter Joghurt (plusminus ein paar Bakterien und Bakterienpups).

Bei Quark kenne ich mich weniger aus - typische Hausrezepte gehen von ca. 4 l Milch für 1 kg Quark aus. Sicher gibt's dann ein paar Unterschiede für Quark mit 50 % Fett (in Trockenmasse) oder Magerquark... wobei ich gerade gelesen habe, dass Quark zu 80 % aus Wasser besteht, in 1 kg Quark also bei 50 % Fett i.T. dann 10 g Fett enthält. Mindestens 74 % Wassergehalt sind vorgeschrieben - ausser bei ausgepresstem Topfen, der deutlich weniger Wasser enthalten darf.

Klär' mich also auf, wie hoch ist der Milch-(Preis-) Anteil im Quark? Das Endprodukt kostet derzeit ca. 1,80 €/kg, also nicht wirklich viel mehr als 4x0,40 €/l Milch.

Und wie sieht's bei Butter aus? Als Faustwert kenne ich da 22 Liter Milch für 1 kg Butter - macht also 5,16 €/kg Butter durch 22: sind 0,234 €/l Milch - das ist noch immer viel zu wenig. Na gut, bei der Butterherstellung kann man die Restmilch auch noch anders vermarkten, da bleibt mehr als bei der weitgehend wertlosen Molke der Käse- und Quarkherstellung übrig (< 0,01 €/l Molke?).



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Re: Preisabsprachen Aldi/Netto/Edeka?

Beitrag von NettoGhetto » 25.11.2016, 00:01

An dieser Stelle muss ich fairerweise sagen, dass ich mich ausklinken muss. Ich finds gut, dass Du dir die Mühe gemacht hast und anhand von alten Rezepten und persönlicher Lebenserfahrung eine Art Faustformel zu ermitteln, wie hoch der Milchanteil in gewissen Produkten ist.
Ich jedoch bin damit überfragt und kann Dir dementsprechend nicht weiterhelfen.

Ergänzend kann ich nur noch sagen, dass diese 19 Cent innerhalb einer Mischkalkulation angewand werden (daher auch meine Aussage, sich mal seinen eigenen Kühlschrank genauer anzuschauen) und das diese "Preiserhöhung" auch nicht von heute auf morgen durchgezogen wurde, sondern das die Ketten das ca. bis Jahreswechsel durchbringen wollten.

Vielleicht werden ja dann auch die Joghurt- und Quarkpreise erhöht, ich weiß es jedoch nicht.



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