Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

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shamez23
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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von shamez23 » 25.03.2009, 00:26

Es geht hier nicht um Beduienen, denen die westliche Welt unmengen Geld in den Allerwertesten bläst, weil ihre Kamele zur richtigen Zeit gerade auf dem richtigen Stück Wüste standen.

Das sind keine Dummköpfe, sondern Leute die an den besten Universitäten der Welt eine excelente Ausbildung erhalten haben. Leute mit so viel Geld, daß sie sich zusätzlich noch die schlausten Köpfe kaufen können.

Selbst wenn alle Autohersteller der Welt von heute auf morgen ihre Produktion auf Elektroautos umstellen würden, oder auf irgendein anderes Antriebskonzept, mit dem auf fossile Brennstoffe verzichted werden könnte, würde der Erdölbedarf nicht einfach auf Null sinken. Erdöl wird nicht nur in Automotoren verbrannt. Kraftwerke und Heizungen in Privathaushalten, die Pharmaindustrie, Kunststoffindustrie und auch Abnehmer von Produkten (die nicht Benzin und Diesel sind) der Petroindustrie, wären weiter auf Lieferungen der erdölfördernden Länder angewiesen. Von den Millionen Autofahrern Weltweit, die noch ein "altes" Produkt nutzen, mal ganz abgesehen.
Nein, die erdölfördernden Länder dieser Welt brauchen keine Angst vor alternativen Antrieben der Autoindustrie zu haben.

Außerdem kümmern sich vorallem die Erdölstaaten im Nahen Osten schon seit langer Zeit um ihre Zukunft. Was dort alles am Laufen ist werd ich hier jetzt nicht aufzählen. Wen das interessiert, der kann selber nachschauen. Nur so viel, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Land mit Geld. Davon haben diese Länder genug und im Gegensatz zu Afrika und vielen anderen Ländern mit Ölvorkommen, nutzen die "Scheichs" ihre Chancen.

Sollte Wasserstoff jemals einen messbaren Anteil bei der Nutzung als Treibstoff für Automobile und auch in Kraftwerken oder Heizungen haben, dann muß der irgendwo herkommen. Die Scheichs haben die Fläche um Kollektoren aufzustellen, sie haben die Sonneneinstrahlung, sie haben Meerwasser und schon heute eine Infrastrkutur, was Pipelines und Schiffe angeht, die sich mit relativ wenig Aufwand für den Wasserstofftransport umfunktionieren lassen würde. Und sie haben vorallem eines: Geld um dies möglich zu machen. Und sie haben auch schon angefangen mit Versuchsanlagen das Potential auszuloten.
Um die "Scheichs" braucht man sich keine Sorgen machen. Die machen das auch nicht, sie planen lieber für die Zukunft.

Es ist auch schön, daß Mercedes so schön auf 3 Säulen setzt. Die Sache ist nur noch etwas ungleich verteilt. Ich kann mich an eine Vorführung des NECAR bei einem Studieninformationstages der FH Esslingen erinnern. Dürfte so um 2000 rum gewesen sein. Das sind jetzt 9 Jahre. Aber irgendwie scheinen sie über die Prototypen nicht hinaus zu kommen.
Ich will auch nicht auf Mercedes rumhacken, die anderen Autobauer stehen ja gleich zurückhaltend da.
Es sollte nur so langsam etwas passieren, der Klimawandel wird nicht besser. Wer viel Geld hat, hat viel Macht und damit auch viel Verantwortung. Der sollten sich die Herren in den oberen Etagen mal bewußt werden, anstatt auf ein Wunder zu hoffen. Die einfachen Leute auf der Straße, also die Kunden, sind reif für diese neuen Technologien, die ja anscheinend schon in den Schubladen schlummern. Umweltschutz wird nicht erst seit heute schon Kindern eingetrichtert.
Man muß ihnen nur auch etwas zum Kaufen anbieten, sie können sich das ja schlecht aus den Rippen schneiden.
Einzelne schwache Versuche wie ein 3Liter Lupo, oder der A2 reichen eben nicht um einen Wandel anzustoßen. Sowas muß auf breiter Front geschehen, denn solange es genug günstigere Alternativen gibt wird sich nichts tun. Sowas kostet vielleicht eine Zeit lang die gute Dividende, aber die Leute werden nicht auf ihr liebgewonnenes Auto verzichten. Die Autoindustrie muß sich nur mal ein Herz fassen und den Sprung wagen. So wie es aussieht funktioniert ihre seitherige Denkweise nicht mehr so ganz.

Markus



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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von NOMINATOR » 25.03.2009, 01:04

BluRayler hat geschrieben:
-------------------------------------------------------
>
> Und wer das lesen kann, macht sich ein eigenes
> Bild.

Was soll man da rauslesen? Gleich zu Beginn wird groß mit Zahlen geprotzt - das Ding ist also vorwiegend für Finanzheinis geschrieben und nicht für den Durchschnittskäufer, aber gut, es ist ja auch ein Premium-Hersteller, der spricht nur Kunden an, die zumindest ein abgeschlossenes Studium hinter sich haben [:D] . Alles andere ist Fliegendreck für die...

> Ist übrigens von KPMG testiert, das ist also kein
> Werbeprospekt.

Liest sich aber genau so.

>
> "Titel:
> Drei Antriebskonzepte für nachhaltige Mobilität
> Im Fokus der Daimler-Strategie stehen drei
> Handlungsschwerpunkte für individuelle
> Fahrzeugkonzepte. Fahrzeuge
> mit modernsten Verbrennungsmotoren werden
> konsequent weiter optimiert. Eine weitere
> Effizienzsteigerung wird
> durch Hybridkonzepte mit Otto- oder Dieselmotoren
> erreicht werden. Und ein weiteres Handlungsfeld
> ist das emissionsfreie
> Fahren mit Brennstoffzellen- und
> Batteriefahrzeugen."

Ich übersetze das mal in die deutsche (unverbrämte) Sprache:

1. Verbrennungsmotoren bleiben weiter das A und O - es wird weiter versucht, auch aus den Apfelkernen Nahrhaftes zu gewinnen (, statt einzusehen, dass nichts mehr rauszuholen ist, das Ganze viel zu teuer ist und der Verbrennungsmotor physikalisch einfach nichts mehr hergeben KANN)!

2. Irgendwann in ferner Zukunft ("wird erreicht werden"... was soll das? Ich bin ja ein Freund gepflegter deutscher Sprache, aber so was sagt kein Mensch mehr!) wird es statt reiner Verbrennungsmotoren zusätzlich noch die Nutzung von 'Verlustwärme' als weitere Energiequelle in Autos geben (, während andere Hersteller das schon längst in die Realität umgesetzt haben).

3. Und schließlich will MB irgendwann mal in ganz ganz ferner Zukunft sich auch um Brenstoffzellen (was davon zu halten ist, hat ja ein Fachmann bereits im Spiegel gesagt!) und - man höre und staune - auch um Elektrofahrzeuge bemühen. Derzeit sieht man das als Spielwiese ("Handlungsfeld") und man konzentriert sich hier auf den Wegfall von Abgasen ("emissionsfrei"), statt mal zu sehen, dass es sich hier um ein ganzes Konzept, ein ganzes Wirkungsfeld von Innovation handelt!

Ich finde das nicht nur dünn, sondern schlichtweg frech dem zahlenden Kunden gegenüber! Das ist kein Fortschritt, das ist das immer und immer wieder anklingende Geblubber von wegen, man bemühe sich doch so sehr und wolle irgendwann mal ganz ganz weit vorn sein bei Umweltschutz und Ressourcenschonung - lachhaft! Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir auch die Zahlen an - will mal wissen, wie genau das tatsächlich aufgelistet wird, was mit dem Geld der Kundschaft getrieben wird...


Was den Golf angeht: Was willst du uns erzählen? Und vor allem: von welchem "Urahn" ist überhaupt die Rede? Falls man damit den ersten GTI meint, der je auf den Markt kam, kann ich nur müde lächeln! 500 kg mehr sind zwar ordentlich Ballast, aber die Effizienz der Motoren hat sich natürlich auch verbessert, keine Frage. Nun ist jedoch die Frage, wie der Verbrauch heute und damals gemessen wurde, worauf sich die 10% beziehen, usw. usf. . Man kann nicht einfach ein Auto aus Anno schlagmichtot mit einem 2009-er Gefährt vergleichen.
Und was hat das mit Innovation zu tun. Ein "novum" ist etwas Neues, etwas, was vom 'Konventionellen' abweicht. Etwas, was die Welt zumindest bewegt, aber bestenfalls verändert! 10% weniger Verbrauch ist doch keine Innovation und gemessen an der Zeit, die vergangen ist, ist das Null Komma Null! Hätte man schneller am Elektroantrieb gearbeitet wären das nicht 10% sondern locker 200-400% (wenn man die Ersparnis beim Stromverbrauch umrechnet auf den Benzinverbrauch)!!! DAS sind Zahlen, die mich vom Hocker reißen und nicht dieses lauwarme Lüftchen von nicht mal einem Liter.

Ich hoffe auch, dass du nicht selbst an diesem Bericht beteiligt warst, sonst hättest du doch sicher den Machern dieses Textes mal suggeriert, dass sie sich etwas überlegter zum Thema Elektroauto äußern und nicht so ein Witzchen von wegen man wolle irgendwann mal irgendwas machen, was so ähnlich aussieht, wie ein Fahrzeug, dass seinen Strom von Akkus bezieht.


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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von NOMINATOR » 25.03.2009, 01:57

shamez23 hat geschrieben:
-------------------------------------------------------
>
> Das sind keine Dummköpfe, sondern Leute die an den
> besten Universitäten der Welt eine excelente
> Ausbildung erhalten haben. Leute mit so viel Geld,
> daß sie sich zusätzlich noch die schlausten Köpfe
> kaufen können.

Du hast natürlich nicht Unrecht - zumindest wird ein großer Teil davon nicht gerade zu den blödesten Vertretern des homo sapiens zählen. Aber man sieht ja: scheinbar sind die Leute, je vermeintlich schlauer sie sind, desto verbohrter, was konventionelle Geschichten angeht. Man muss das auch mal (inter-)kulturell sehen: nicht jeder 'Gelehrte' hat dasselbe Weltbild - es gibt (viel zu) viele vermeintliche Genies, die so erzkonservativ sind, dass sogar der Papst noch als wahrer 'Laissez-Faire' dastehen könnte. Meist sitzen sehr viele davon in der Finanzabteilung. Warum? Richtig: Risikokalkulation und dergleichen mehr. Bloß nicht einen einzigen Cent zuviel riskieren, wo kämen wir da denn hin?

>
> Selbst wenn alle Autohersteller der Welt von heute
> auf morgen ihre Produktion auf Elektroautos
> umstellen würden, oder auf irgendein anderes
> Antriebskonzept, mit dem auf fossile Brennstoffe
> verzichted werden könnte, würde der Erdölbedarf
> nicht einfach auf Null sinken. Erdöl wird nicht
> nur in Automotoren verbrannt.

Klar, ich denke das haben wir alle verstanden - nur ist ja das Auto nicht der einzige Problemfall. Auch bei alternativer Energiegewinnung anderer Art wird so viel gespart, dass einem schlecht wird. Lassen wir mal dahingestellt, ob die Scheichs da nicht auch ein Wörtchen mitreden - in jedem Fall ist klar, dass die Sache mit der Kernfusion z.B. nicht erst seit gestern diskutiert wird. Auch Dinge wie Sonnenkollektoren im Weltall (also schlicht außer Reichweite der Erdatmosphäre), die vor allem noch die Effizienz verbessern müssen, sind mittelfristige Schritte, die viel zu zaghaft angegangen werden. Wo sind die Raumschiffe, die mit Sonnensegeln sich langsam aber stetig auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigen lassen - einfach angetrieben durch die Sonne?! Auch das sind alles Dinge, über die wir nicht erst seit kurzem sprechen - all das ist es, was uns unabhängiger vom Erdöl/Erdgas machen könnte. Und vor allem: ES IST MACHBAR!!!

Wir hatten es nur zufällig von Autos, weil es mit Autos begonnen hat (Thread, den Musiker eröffnet hatte). Natürlich lässt sich das aber beliebig ausweiten; alles geht zu langsam und alles wird immer noch so gesehen, als würde man hier irgendwie an riesigen Geldvernichtungsmaschinen arbeiten, von denen niemand was hat. In Wahrheit wird aber alles andere vernichtet; was sollen wir dann noch mit dem Schotter, wenn er von der Sonne dahingerafft wird?

> Sollte Wasserstoff jemals einen messbaren Anteil
> bei der Nutzung als Treibstoff für Automobile und
> auch in Kraftwerken oder Heizungen haben, dann muß
> der irgendwo herkommen.

Ich finde Wasserstoff zwar ganz nett als weitere Alternative, aber wir müssen ganz ehrlich sein: weiterbringen wird uns dieser sicher nicht. Alles, was man vorher irgendwo abspalten muss (z.B. Wasserstoff vom Sauerstoff des Wassers) ist wenig effizient und auf Dauer nicht hilfreich. Nur die Kernfusion (die wir natürlich nicht im Auto haben werden, aber als Kernkraftwerk, das unsere Elektroautos mit Strom beliefert) ist die einzig effiziente Variante, bei der zwar auch abgespaltet werden muss, die aber ob ihres ungeheuerlichen Wirkungsgrads die einzig realistische für dauerhafte Versorgung ist. Auch dafür werden wir erst viel opfern müssen (ein Stern entsteht ja auch nicht von heute auf morgen, da muss das Gas und die Schwerkraft auch erst mal viel reinstecken, damit am Ende was rauskommt), aber ohne große Opfer gibt es keine großen Siege!

Die Scheichs haben die
> Fläche um Kollektoren aufzustellen, sie haben die
> Sonneneinstrahlung, sie haben Meerwasser und schon
> heute eine Infrastrkutur, was Pipelines und
> Schiffe angeht, die sich mit relativ wenig Aufwand
> für den Wasserstofftransport umfunktionieren
> lassen würde. Und sie haben vorallem eines: Geld
> um dies möglich zu machen. Und sie haben auch
> schon angefangen mit Versuchsanlagen das Potential
> auszuloten.

Du sprichst einen guten Punkt an. Langfristig gesehen, werden die Scheichs in der Tat wohl noch mehr Kontrolle ausüben, weil sie einfach die Asche haben. Die einzige Chance, dem zu entkommen ist, sich möglichst unabhängig davon zu machen. Da kommt eben z.B. die Sache mit den Kollektoren außerhalb der Erdatmosphäre zum Tragen (und ja, es ist technisch machbar!), ITER liegt ja glücklicherweise nicht irgendwo in der Wüste, sondern in Europa [:D], usw. . Ich denke schon, dass wir uns von den Scheichs emanzipieren können, aber du hast natürlich Recht, dass wir uns um selbige keine Sorgen machen müssen. Die werden schon ihre Wege finden und selbst, wenn nicht, haben sie genug gescheffelt, um eine lange Zeit davon leben zu können.

> Es ist auch schön, daß Mercedes so schön auf 3
> Säulen setzt.

So steht es zumindest auf dem Papier! Was aber tatsächlich gemacht wird, kann man an maximal einer Hand abzählen. Im Prinzip passt das Ganze auf einen Finger, heißt Verbrennungsmotor und PUNKT.

Dürfte so um 2000 rum gewesen sein. Das
> sind jetzt 9 Jahre.

Und es wird, geht es nach der Vorstellung der MB-Funktionäre, noch MINDESTENS genauso lange dauern, bis die Serienproduktion vielleicht mal so langsam anlaufen kann. Mitsubishi ist hier z.B. schon deutlich aktiver: http://news.google.de/news/url?sa=t&ct2 ... d%2F496741 . Auch Nissan macht sich so langsam: http://news.google.de/news/url?sa=t&ct2 ... 83479.html .

> Ich will auch nicht auf Mercedes rumhacken, die
> anderen Autobauer stehen ja gleich zurückhaltend
> da.

Wir müssen uns nichts vormachen: die richtig großen Schritte können ohne so eine Finanzmacht wie MB wohl kaum stattfinden. Aber gerade deshalb ist es ja so verwerflich, dass man sich dort so ziert und um die Verantwortung drückt. Hätten die Verantwortlichen einfach frei und offen gesagt "Ok, wir wollen das nicht, es ist uns zu heiß und wir wollen einfach nur in Ruhe weiter scheffeln", hätte ich nichts gesagt. Ist eine ehrliche Aussage und gut. Muss man sich halt auf andere verlassen. Aber scheinheilig anzukündigen, man wolle "führend" in Sachen alternative Energien werden, das schlägt dem Fass den Boden aus!

> Es sollte nur so langsam etwas passieren, der
> Klimawandel wird nicht besser.

Wie krass die Wirklichkeit ist und wie nah Chance und Verderben beieinander liegen können zeigt der faszinierende und gleichzeitig verheerende Stoff "Methanhydrid" . Ich denke man sollte mal den gesamten Vorstand von MB einen kleinen Film darüber vorspielen, allen dann mal die Fräcke ausziehen und sie in ganz einfache Kleidung werfen und schlichtweg hinter verschlossenen Türen von Mensch zu Mensch darüber reden lassen. Wenn dann noch immer nichts kommt, sollte man die Türen am besten nicht mehr öffnen...

Wer viel Geld hat,
> hat viel Macht und damit auch viel Verantwortung.
> Der sollten sich die Herren in den oberen Etagen
> mal bewußt werden, anstatt auf ein Wunder zu
> hoffen.

EBEN!

Die einfachen Leute auf der Straße, also
> die Kunden, sind reif für diese neuen
> Technologien, die ja anscheinend schon in den
> Schubladen schlummern. Umweltschutz wird nicht
> erst seit heute schon Kindern eingetrichtert.

Die gewünschte Reichweite der Kunden für ein Elektroauto liegt bei etwas über 300 km; dass das bereits heute MACHBAR ist, zeigt der Tesla Roadster. Aber den Herrschaften von MB ist das nicht ausgereift genug. Was bringen mir 500 km Reichweite, wenn ich mich 2020 nicht mehr aus dem Haus trauen kann, weil mich die Sonne so durchbrät, dass ich nicht mal mehr weiß, wie ich den Zündschlüssel drehen soll, geschweige denn an eine normale Fahrt denken kann...?

> Man muß ihnen nur auch etwas zum Kaufen anbieten,
> sie können sich das ja schlecht aus den Rippen
> schneiden.

Genau. Es ist mehr als dreist zu behaupten, die Nachfrage sei nicht da, wenn nichts (Vernünftiges) angeboten wird!

> Einzelne schwache Versuche wie ein 3Liter Lupo,
> oder der A2 reichen eben nicht um einen Wandel
> anzustoßen.

Vor allem gibt man ja offen zu, dass das sehr kostenaufwendig ist: auf Deutsch heißt das, dass der Verbrennungsmotor am Ende ist, warum können wir also nicht versuchen, ein würdiges Begräbnis für ihn vorzubereiten? Dass ein Elektromotor dagegen sehr wohl locker die doppelte Effizienz eines 3 Liter schluckenden Verbrennungsmotors erreichen kann, wurde ja bereits eindrucksvoll gezeigt. Klar, wird auch das erst mal nicht ganz billig, aber früher konnte sich auch nicht jeder ein Auto leisten, warum sollte es heute nicht genauso mit den Elektroautos anfangen?

Sowas muß auf breiter Front geschehen,
> denn solange es genug günstigere Alternativen gibt
> wird sich nichts tun.

Genau! Und mit der Masse fallen automatisch die Preise und die Bemühung um Innovationen steigt.

So wie es
> aussieht funktioniert ihre seitherige Denkweise
> nicht mehr so ganz.

Das Problem ist eben, dass sie funktioniert. Zumindest aus rein finanzieller Sicht. Ich frage mich gerade, ob es bei den großen Automobilriesen auch so etwas wie eine Ethikkommission gibt - eigentlich müsste so etwas gesetzlich vorgeschrieben werden!


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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von questionmark » 25.03.2009, 20:39

was effizienz angeht :
man nehme einen dual core pentium 4 mit 3ghz,der benötigte mehr als das doppelte an strom als ein c2d mit 3ghz,war aber nicht einmal so effektiv wie ein c2d mit 2ghz. nur mal so als beispiel.
natürlich orientieren sich die länder des nahen und mittleren osten in andere berieche als bisher,weil dies zwingend notwendig ist,aber ein effektives und forciertes vorantreiben der entwicklung alternativer energien würde ich deshalb nicht erwarten,warten wir mal ab,was daraus wird...



Anonymer Nutzer

Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von Anonymer Nutzer » 25.03.2009, 21:01

questionmark hat geschrieben:
-------------------------------------------------------
> was effizienz angeht :
> man nehme einen dual core pentium 4 mit 3ghz,der
> benötigte mehr als das doppelte an strom als ein
> c2d mit 3ghz,war aber nicht einmal so effektiv wie
> ein c2d mit 2ghz. nur mal so als beispiel.

Effizienz mit einem PC zu vergleichen ist wohl etwas schwierig im Automobilbereich.

> natürlich orientieren sich die länder des nahen
> und mittleren osten in andere berieche als
> bisher,weil dies zwingend notwendig ist,aber ein
> effektives und forciertes vorantreiben der
> entwicklung alternativer energien würde ich
> deshalb nicht erwarten,warten wir mal ab,was
> daraus wird...

Na forcieren werden sie es wohl nicht. Sie haben halt nur bei MB investiert. Deshalb sollte man daraus keine Wissenschaft machen.
Was sind ausserdem schon 2mrd. Wenn man mit 2mrd aber etwas erreichen könnte, würden es Leute wie Bill Gates (der Retter der Welt) ja schon tun.
Oder andere die sich das Geschäft ihres Lebens versprechen.
In der Automobilindustrie sind 2mrd die oft zitierten "peanuts", von denen Kopper sprach.



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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von shamez23 » 25.03.2009, 21:06

Unterschätze die Wüstenländer da mal nicht. Vor nicht all zu langer Zeit hatte ich ein Gruppenreferat zum Thema Nachhaltigkeit. Der Begriff sollte an Hand eines Beispiels erklärt werden. Wir haben uns für Dubai entschieden. War nicht schwer da was zu finden. Alles was bei uns an Hochschulen in der Theorie erforscht wird, wird dort einfach gebaut. Diese ganzen Zukunftstechnologien sind teuer, aber Geld haben die Scheichs ja. Verspielt sind sie auch noch. Aber sie bauen mit ihrem Geld nicht nur unnötige Skihallen mitten in der Wüste.
Wenn es dich ernsthaft interessiert kann ich dir mal unser Handout zu dem Thema schicken.

Nominator ist ja ein großer Freund der Kernfusion. Dazu kam vor kurzem ein eher ernüchternder Bericht. Wenn überhaupt, brauchen wir zumindest nicht in naher Zukunft mit dieser Technologie rechnen. Und die Frage ist, ob man die ganzen Milliarden nicht an einer anderen Stelle besser hätte einsetzen können.
Wer den Bericht online sehen will:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www. ... index.html

Markus



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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von NOMINATOR » 26.03.2009, 20:36

So, ich hab mir den Artikel soweit durchgelesen, jedoch sehe ich nicht, wo du herausliest, dass hier Gelder verschwendet werden. Das ist doch genau dasselbe wie mit den Elektromotoren: wird da kein Geld reingesteckt, bleibt die Forschung stehen. Und dann tut sich nichts! Gar nichts! Natürlich könnte man versuchen, einfach schon mal die ersten Solarkollektoren ins All zu schicken, aber auch die können die Sonnenenergie nicht so effizient ausnutzen, wie wir es bräuchten. Also müsste man auch hier deutlich mehr Asche reinstecken, um die Effizienz zu verbessern. Andere Technologien erfordern Ähnliches. Ich denke daher, dass die Technologie, die den besten Output verspricht, auch am meisten gefördert werden sollte - am besten noch mehr als bisher!

Es ist doch so: im Prinzip orientieren wir uns immer an der Natur, wenn wir die effizientesten Prozesse auf die Beine stellen wollen. Das hat mit der Kernspaltung begonnen (es gibt in der Tat auch natürliche Reaktoren!) und endet hoffentlich in der Kernfusion. Denn ein Stern (genauer "die Sonne"!) ist der effizienteste Weg, Energie zu gewinnen, der uns bisher bekannt ist. Er ist aber auch der bei Weitem komplexeste. Sollten wir deshalb gleich aufgeben? Ich denke nicht. Genausowenig wie beim Elektromotor, nur, weil die Akkus noch nicht so doll sind, wie wir uns das wünschen!


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Anonymer Nutzer

Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von Anonymer Nutzer » 26.03.2009, 20:45

NOMINATOR hat geschrieben:
-------------------------------------------------------

> Genausowenig wie beim Elektromotor, nur, weil die
> Akkus noch nicht so doll sind, wie wir uns das
> wünschen!

Kannst Du das "doll" etwas besser/mehr definieren/präzisieren?



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Re: Innovationsbremse: Mercedes-Benz gehört jetzt zu 16% den Scheichs!

Beitrag von NOMINATOR » 26.03.2009, 21:51

Warum nicht - du sollst ja nicht denken, ich "flame, bashe und dizze" nur. Ich weiß schon warum MB die Muffe packt, wenn es darum geht, Elektroautos zu bauen (mal abgesehen von der ganzen Öldiskussion und den konservativen Ansätzen).

Probleme der aktuellen Akkutechnologie:

1. Li-Ion-Akkus sind nur begrenzt haltbar - bei Laptops gilt: ca. zwei Jahre, dann kann es schon eng werden. Im Prinzip ist das aber auch nur Theorie, denn die tatsächliche Haltbarkeit eines Li-Ion Akkus hängt stark vom Nutzungsverhalten, der Lagerung, uvm. ab (ein Beispiel: Dell Inspiron 510m - Akku nach ca. 4 Jahren ausgetauscht, aber auch nur, weil der Überhitzungsschutz nicht mehr richtig funktionierte und nicht wegen der Kapazität! Die war immer noch sicher mindestens bei 80% und ich habe das Laptop wahrlich nicht nur sporadisch genutzt!). Ein Garagenfahrzeug (kühl, dunkel) hat die Chance, deutlich längere Haltbarkeitszeiten zu erreichen als ein Auto, das draußen parkt. Tesla garantiert weiterhin, dass sie 100000 Meilen mindestens halten (80% der ursprünglichen Ladekapazität), also ist das zunächst mal kein Argument. Wer mehr als 160000 km zurücklegen will, wird auch mit anderen Problemen zu kämpfen haben als nur den Akkus.

2. Die Kapazität eines Einzelakkus ist nicht besonders hoch - die kombinierten Akkus können also recht schwer werden. Dass das aber absolut nebensächlich sein kann, zeigt Tesla wiederum in ganz besonderer Weise. Eine Beschleunigung, die sogar einen Porsche in den Schatten stellt und eine Maximalgeschwindigkeit von immerhin 200 km/h, illustrieren, dass man dieses Argument auch verwerfen muss. Die Reichweite von ca. 350 km sind genau das, was sich die Kundschaft als vernünftiges Maß vorstellt und das ist noch sicher nicht die Obergrenze, zumal wir beim Tesla Roadster von einem sportlichen Fahrzeug reden, dass eben einfach deutlich mehr Strom will als ein Klein- oder Kleistwagen.

3. Ein Argument, das besonders stark zum Tragen kommt (gerade bei MB): Akkus in der derzeitigen Form sind nicht besonders günstig. Die gewünschten Margen (gerade die, die MB immer im Auge hat [:D] ) sind so schwer zu erreichen, wenn man den Käufer nicht gleich wieder abschrecken will. Das ist aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen - wie gesagt: es konnte sich auch zur Erscheinung des Autos mit Verbrennungsmotors nicht jeder ein solches leisten, warum sollte es heute so sein? Wichtig ist, dass man die Dinger auf den Markt bringt und dann eben weiter forscht, bis man effizientere Wege findet. Der Verbrennungsmotor war auch nicht von Anfang an optimal und selbst heute erhalten sich die Autobauer immer noch die Illusion, man könne ihn weiter verbessern.

4. Li-Ion Akkus haben recht lange Ladezeiten. Ein Nachteil, den wir bald völlig vernachlässigen können, denn die nächste Akkutechnologie ist schon in den Startlöchern (Lithiumphosphat-Überzug) - da werden es 5-10 Minuten sein, die man noch warten muss. Tesla hat es übrigens auch schon heute geschafft, die verbauten Akkus ERHEBLICH schneller zu laden, dazu braucht man einfach ein Zusatzgerät, das dies ermöglicht. Soweit ich weiß ist dieses mit dabei und verkürzt die Ladezeit vom zweistelligen Stundebereich auf ca. 4 Stunden. Als Wenigfahrer ist einem das aber sogar schnurz. Da handhabt man es einfach so, wie mit dem Handy: wenn die Kiste etwa noch viertel- oder halbvoll ist, kommt sie lieber gleich über Nacht ans Netz, dann geht man kein Risiko ein!

5. Tiefenentladung/Selbstentladung kann auch ein Thema sein. Ersteren Effekt habe ich so noch nie ausmachen können - ich sehe nicht, warum das also bei einem Auto ein Thema werden könnte, zumal man als Fahrer ohnehin nie im letzten Moment tankt, sondern natürlich zeitig, bevor ihm der Saft ausgeht. Autos, die länger stehen hatten auch schon bei konventionellen Autobatterien ein Problem mit dem Starten, ergo ist auch das kein Argument (Garagenfahrzeuge könnten sogar direkt ans Netz und gut!). Thema Selbstentladung hatten wir auch schon bei der konventionellen Batterie, da muss man eben als Autobauer sehen, dass nicht zu viele 'Standby-Prozesse' den Akku leersaugen.

6. Ja, es gibt auch Fertigungsfehler, die zu Explosionen oder Bränden führen können, aber seien wir mal ehrlich: wie sicher ist denn so ein Autotank? Und: war er schon früher so 'sicher' wie heute? M.E. ist das auch kein Argument.

Man könnte wohl noch einige Sachen nennen, die aber u.U. wieder nur zu den bereits genannten Punkten führen würden - dem gegenüberstellen müsste man dann aber fairerweise die Nachteile, die konventionelle Fahrzeuge mit sich bringen.

Du siehst: mich treibt nicht der blinde Aktionismus an - ich WEISS, dass es nicht einfach ist, aber den Großteil der Forschung hat schon die IT-Industrie für die Autoindustrie erledigt! Man muss also im Prinzip nur noch das gesäte Gut abernten, wie Tesla es wunderbar illustriert.


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